Das Ende der literalen Musikkultur

Wir gehen herrlichen Zeiten entgegen- digitale Musikkultur- Die Epoche der literalen Musikkultur neigt sich dem Ende entgegen.

Letztendlich fällt den Musikern unter dem Paradigma von relationaler Musik- und Gehaltsästhetik auch nicht nur die traditionelle Rolle zu, geschriebene Musik hörbar zu machen, sondern sie sind auch als Performer, Sprecher oder Schauspieler gefordert….

Warum eigentlich!  Harry Lehmann sagt in: Komponieren im Medium der Samples der literalen Musikkultur ihr kommendes Ende voraus  (nmz Febr 2:18) und beschreibt den Aufstieg der digitalen Musikkultur, die nach dem Gehör am Computer komponiert wird. Der sich vollziehende Umbruch wird vollkommen evident, wenn Komponisten im großen Stil KI Programme komponieren….auch das Notenlesen und das Komponieren in der Notenschrift in  der Kunstmusik nicht einfach eliminiert, sondern in das samplebasierte Komponieren übergeht  

Hier muss Harry Lehmann vehement widersprochen werden, denn sein langer Aufsatz beginnt damit , dass das traditionelle Komponieren obsolet ist, zu aufwendig und zu anstrengend Der Komponist versucht im Prinzip aus der fertigen Samplekomposition die einzelnen Stimmen  für eine Live Perfomance herauszuhören. Klauen nannte man das früher und dass das heute digital viel einfacher geht, wissen mittlerweile alle, die sich gelangweilt von der jüngsten Performance  digital oder elektronisch – von einer  morgendlichen Radiosendung abwenden.

Die letzten kompositorischen Entscheidungen werden also nicht mehr im Medium der Noten, sondern im Medium der Samples getroffen--- dies wird auch die Oper verändern  …Episoden werden live von Schauspielern aufgeführt, die ihre Lieder nicht singen, sondern die Sänger mit  großen Gesten imitieren. Die Musik wird hier ausschließlich über Lautsprecher eingespielt. Was für ein hinreißender Opernabend. Aber billiger !  abseits jeden Glanzes, wie es das Photo vom con Timbre Gründer vermittelt. 

Also Samples, keine Komposition mehr, keine Aufführungen im alten Sinne, ohne Unterricht ohne Anstrengung und das ist  sicher : Ohne Publikum !!!!

Wer mag eine Gitarre als Besenstil, der mit Drähten bespannt ist, und eine Klobürste als Schlagzeug und ein Holzbrett auf dem schwarze und weiße Papiertasten aufgeklebt sind . Dies mag ja der digitalen Musik und ihrer Samplehörigen Komposition angemessen und sehr modern sein, aber ein Publikum werden diese Samples nicht finden, da mag die Visualisierung noch so modern aussehen.

Die moderne Musik hat ein Vermittlungsproblem, das  mittlerweile auch auf der Ebene der  Clubs angekommen ist. Musik hat die größte emotionale Kraft Menschen zusammen zu führen und zu begeistern. Woostock war nicht ein großer Erfolg, weil Menschen Matsch lieben, sondern sie fühlten, hörten und sangen zusammen und das gab und  gibt es in allen Kulturen, bei manchen heißen sie Sänger bei uns Komponisten. Sie sind Träger von Gefühlen und Erlebnissen, die Menschen zusammen führen  und begeistern.  Warum will man den Menschen das nehmen. Allein vor dem Computer--- das kennen sie alle , das brauchen sie nicht. Es sind schreckliche Zeiten und die  hier am Horizont aufschimmernde Zerstörung der Musik und ihrer Protagonisten verbreitet Hoffnungslosigkeit. .

 

Robert Weiss