Der Komponist als Bürgerschreck - HansJoachim Hespos wird 80 Jahre alt.

Der Komponist als Bürgerschreck.

Der Komponist HansHans Joachim Hespos wird 80 Jahre alt.

Es ist kaum zu glauben, ein ernsthaftes Kultur-  und Kommunikationsinstitut in Berlin bietet Touren zu den Stätten der 68er Revolution mit Video und Führung an. Wen will man ansprechen? Menschen (Touristen) die von dem kleinräumigen Geschirr   (die Zeit 25.1.)  der täglichen Berichterstattung gelangweilt sind und nach Leidenschaft dieser Zeit verlangen?

Sie vergessen, dass diese Leidenschaften  b ei den  damaligen Kämpfer Mut erforderten. Nicht den Mut der Schlachten sondern der tiefen Einsamkeit und Verlassenheit, so wie Hepos es nach einem Konzerte in Donaueschingen  beschrieben hat, als nach einem revolutionären Konzert keiner mehr mit ihm sprach. (Höre Hespos ISBN 978-3-940862-23-5).

Man vergisst die Kämpfe, die Komponisten ausfechten  müssen, ehe sie – ein unerhörtes Glück- einen Auftrag bekommen und diese Komposition auch noch aufgeführt wird. Man lese nur M. Reichert, Fremder Ort Heimat ISBN 978-3-945610-41-1, bei dem der Leiter des Ensembles M. R.  und Hespos hart miteinander ringen, so hart dass sich ihre Wege für Jahre trennten - doch zeigt das Bild des Komponisten und des Dirigenten   die Aufmerksamkeit und lass es uns mal so nennen, das Herzblut, das in so einer Aufführung steckt.

Keinen kümmert es heute, wenn der Pianist Kopfstand macht, wenn es scheppert und krächzt und ein Geiger sein Instrument in der Luft wirbelt. Im Gegenteil, es macht den Eindruck, als ob die Leidenschaft der Musik verloren geht. Sie  ist wirklich vorhanden und lebt noch, wenn man die Neue Musik neuer Komponisten auf dem Festival Oaarwurm 3 sich vor Augen hält, auch das Stück von H-J. Hespos : Leidenschaft und schöpferische Kraft.

H.-J. Hespos ist in diesem Jahr Komponist in residence des Deutschland Radios. eine Hoffnung auf Neue Musik, Musik, die sich nicht in Performance erschöpft und nur noch Touristen anzieht, Musik für uns alle, Neue Musik.