Maxim Seloujanov erhält den ersten Preis der Kaske Stiftung für sein Musik Video

Wenn man durch die erleuchteten Strassen Deutschlands geht und überwältigt von der Anzahl der Konzerte und Muskveranstaltugen ist, die um Zuhörer und Zuschauer werben und  damit dem November Blue entfliehen und auf Weihnachten  einstimmen,  dann überlegt man, ob Mozarts Zeitgenossen eigentlich wußten, wer in dieser Zeit bei ihnen lebte und diese unsterbliche  Musik schuf. Er  bekam ein Armenbegräbnis, das nicht mehr auffindbar ist.  Und heute ? Er wäre Multimillionär, abr nur mit dem nötigen modernen Marketing.

Gegenwärtig würde wohl kein Komponist mehr im Armenhaus landen, obwohl die Situation dieser hoffnungslosen Gattung in den meisten Fällen eine prekläre ist, wenn sie denn nicht und dabei denken wir auch an M. Seloujanov endlich von der hohen Kunst der Komposition lassen. Deshalb freuen wir uns, als Verlag der Neuen oder Zeitgenössischen Musik ergeben, von ganzem Herzen über den Preis, den die Kaske Stiftung Maxim Selouianov gegeben hat. Auf der anderen Seite erfüllt uns dies mit großer Wehmut: Der Komponist hinreißender Stücke für Klavier und Klavier, Flöte und Kontrabass („Creationis ex nihilo“, geschrieben für das art ensemble berlin) u.a., die  im Rahmen der Festival Oaarwurm in Berlin und im Roten Salon in Wien aufgeführt wurden. Sie  zeigen einen phantasievollen, kreativen Komponisten, den man wirklich eine weite Verbreitung  und ein begeistertes Publikum wünscht.

Dieses ist leider ein Wunschkonzert. Seloujanov – wie andere Komponisten moderner Musik, wenn es ihnen nicht gelingt, an irgendwelchen Fördertöpfen die Mittel zu diesem zeitgenössischen Leben zu erwerben, ist arm dran .Auch S. war mit vielen Anstregungen froh, wenn er aufgeführt wurde. Auch deshalb freuen wir uns so sehr über diesen Preis für ihn. Aber wir sind auch besorgt: Video auf der Bühne- muss das sein, fragt Senata Klein, Opernfan in : Deutsche Oper Berlin, Openrmagazin Dezember 2019, Alles, was von den Sängern ablenkt, stört die Konzentration auf den emotionalen Kern des Stückes. Noch stärker in Grübeln schickt uns Zur ästhetischen Umsetzung von Musikvideos im Kontext von Handhelds. Vorträge eines Workshops 7.u.8.2011, Institut für Kunstgeschichte der UB des Saarlandes im Rahmen eines DFG Projektes. Ästhetische Fragen haben Fragen  des Medieneinsatzes Platz gemacht. Die angeschnittene Geschichte des Videoclips und der  Filmindustrie in den  Referaten dieses workshops  zeigen es deutlich. Aber sind Fragen des Medieneinsatzes und der Mediennutzung wirklich ästhetische Fragen ? Medienbesoffene Komponisten findet man leider heute nicht selten,  sehr zum Leidwesen eines musikliebenden Publikums. Mögen Appollo und Dionysos uns bewahren, dass Seloujanov in Zukunft dazu gehört.

 

Robert Weiss