Neue Musik, alte Männer

Neue Musik, alte Männer

nennt Die Zeit vom 24. Oktober ihren Bericht über das Donaueschinger Festival. Etwas ungerecht ! denn er fährt fort,… setzt auf künstliche Intelligenz und immer noch zu wenig auf Frauen und die Atmosphäre erinnert an ein Gemeindefest, wenn vor der Donaueschinger Sporthalle an immer gleichen Wurststand die immer gleichen Leute zusammen kommen und über die immer gleichen Themen sprechen…

Dem gegenüber setzt das Festival auf neue Formate. Das Hauptprogramm die ersten sieben Uraufführungskonzerte gestaltet nicht der Intendant B. Gottstein sondern eine künstliche Intelligenz mit Namen CurAltor. Im Programm weiter 100 exemplarische Klavierstücke, die per Computer bewertet und von denen die drei besten für das Konzert ausgesucht wurden, gespielt von dem Pianisten Joseph Houston. Es sieht so aus, als ob diese Wahl auf die sogenannte künstliche Intelligenz die Entwicklung die sich in den sozialen Medien abspielen, nicht zur Kenntnis genommen hat. Amazon veranstalter Modeschauen und Google eröffnet  traditionelle Läden in der Hauptstadt.Trotzdem Gottstein die Rolle der Frau in der Neuen Musik vor zwei Jahren thematisiert hat, was mit der Förderung von Komponistinnen verbunden war, liegt der Anteil aller weiblichen Beteiligten bei einem mageren Drittel. Die Antwort auf dieses wenig befriedigende Ergebnis von Gottstein: Das Problem ist, dass die wenigen Frauen, die in dieser Liga unterwegs sind, unglaublich gefragt sind. Dies bringt die Frage mit sich, wie definiert man die Liga ?

Ähnliche Bilder und Namen machen es den Entscheidern leicht, auf das Immer gleiche, Verläßliche zu setzen, und dabei ist der Mann selbstverständlich , die Frau nicht. Es kann aber doch auch sein, dass der Mangel an neuen Ansätzen, das immer gleiche Geflimmer und Geklirre die weiblichen Komponistinnen nicht motiviert, an einem solchen Festival teilzunehmen. Frauen als Ahner einer künftigen Entwicklung der Musik – eben als Musik, die in Donaueschingen nicht mehr stattfindet.

Auch die Ankündigung man möge nicht nur Neugierde und offene Ohren nach Donaueschingen mitbringen sondern auch die Badesachen gerät etwas lächerlich. Unterwassermusik hießen ähnliche Veranstaltungen, die vor nunmehr über 30 Jahren in Berlin stattfanden und ein großes Publikum anzogen, nicht wegen der Musik, sondern wegen der nächtlich geöffneten Öffentlichen Bäder.

Schließlich wird die Frage gestellt: Ob nun jedes Stück, das für Orchester komponiert, auch tatsächlich Orchestermusik sei, … und im Publikum lachte man, als sei die Antwort sonnenklar. Doch ist sie nicht…..die zeitgenössische Musik braucht viel mehr solcher  Fragen. Und grundsätzlich mehr ehrliche Antworten und eine davon wäre die Frage nach einer Musik jenseits des Donaueschinger Garten--- mit Gartenzaun-

 

Robert Weiss