Unerhörte Musik ein Leuchtfeuer

Man kann es kaum glauben, die erste wöchentliche Konzertreihe für Neue Musik gegründet vor 30 Jahren lebt  immer noch.

Wenn man heute durch die von Plakaten geschmückte Innenstadt – (auch zunehmen Außenstadt) Berlins wandelt, so ist an Plakaten für Musik kein Mangel. Vivaldi, Mozart, Wagner, Bach und jetzt auch  wieder Brahms diese  Namen kennen heute alle,  sogar ältere Bürger und sie haben sich nicht geändert. Ligeti selten Messsiaen  ebenso Boulez ein Thema für Hochschulkonzerte Hölszky nie gehört Beyer verschwunden und der Berliner Klang. Was ist damit gemeint ?

Desto wertvoller ist das BKA schon in seinem  Bestreben, allen eine Bühne zu geben, den Suchenden, den Etablierten und was noch wichtiger ist, den weniger Etablierten .So sind dann auch die Konzerte, einige schrecklich, andere langweilig und einige voller Überraschung.  Sie vermitteln Freude, Lust an der Musik und Lust an Neuem, und das ist in einer Stadt wie Berlin,  die immer wieder droht in alte Strukturen zu versinken, wichtiger als aufgesetzte Novitätsreklame.

Die moderne Stimme hatte das Ensemble BRuch sein Konzert am Dienstag den 19. 2 genannt. Aber   Bruch mit alten Konventionen und Hörgewohnheiten ist leider noch kein Ausweis musikalischer Qualität. Langweile bleibt Langweile und so braucht man sich nur den kleinen Verwaltungsangestellten vorzustellen, der sich in diese bürokratische  Wortperformance dem vor Augen des Johannes  Schöllhorn verwirrt hätte. Er hätte zutiefst bedauert, dass er nicht doch lieber bei curry 36 geblieben wäre. Das hätte wenigstens nicht so fatal an seinen Arbeitsalltag erinnert. Auch Visage de L’echo war nicht viel besser aber da es in Französische zitiert wurde, klang es wenigstens. Ein Lob der französischen Sprache.  Auch von Gordon Kampe kennt man bessere Musik, aber das mag am IKEA Vorlegelöffel gelegen haben, der sich eben doch für andere Genüsse besser eignet. Aber das Ende des Stückes ließ den bekannten Kampe aufblitzen, leider können wir nicht aufleuchten sagen.   Ärgerlich. Wirkliche ärgerlich wurde ich durch Martin Krüger wie ein Stück Fett Man mag dem Titel verzeihen, der jeden Zuhörer eher an die bevorstehende Frühjahrsdiätkur erinnert und daher die schlechte Laune über ihn ausbreitet. Aber den Abschluss des Konzertes ein Zitat aus Gustav Meyrink der Golem 1915  empfand ich als Frechheit  gewandelt und zitiert als Zombie. Das trifft nicht auf den Text zu und könnte eher auf die Verwandlung auch durch einen Zombie schließen, dem jedes Gefühl für den dem Text zugrunde liegende Gemütslage abhanden gekommen ist. Erschreckend.!

Ärgerlich und tief beunruhigt verließ ich  diesmal ein BKA Konzert.  Doch bin ich dankbar für diese Erfahrung. Gerade der Beifall des zum Teil jungen Publikums bei dem letzten Stück ließ mich wissen, Gefühl , auch für Gefährdung hat hier keinen Wert. Ist dies eine Gefahr für eine Welt , die zunehmend keine Menschen sondern Zombies produziert. Was machen die, wenn die alt sind, bringen sie sich rechtzeitzeitig um?

Robert Weiss